Viele Lebenshilfebüche sind geschrieben worden. Titel wie “Erkenne Dich selbst”, “Mein wahres Ich” oder “Wer bin ich?” sollen glauben machen, dass mit dem Durchlesen eines solchen Buches die Persönlichkeit der Lesenden aufgedeckt werden kann. Und mit dem Wissen um die eigene Persönlichkeit soll man dann, frei von allen Selbstzweifeln, gestärkt und selbstbewußt durch das Leben gehen.
Das ist natürlich nicht nur harmloser Unsinn, sondern gefährliche Psychomanipulation. So konnte es nicht weitergehen und so habe ich den Menschen, ihrem innersten Ich, in langwierigen Untersuchungen nachgespürt und meine Ergebnisse in Form einer Promotion zum Dr. hc mult. pro.krast. Psych. zusammengefasst. Um es in einem Satz auszudrücken:
Es gibt Katzen- und Hundemenschen!
Aber von vorn: es ist ja schon fast eine Binsenweisheit, dass Menschen westlicher Kulturen entweder eher Hunde oder eher Katzen mögen. Und tatsächlich konnten meine Vorschungen zeigen, dass Präferenz für das eine oder andere Haustier einhergeht mit spezifischen Charaktereigenschaften. Insbesondere Eigenschaften, die entweder eher Katzen bzw. Hunden zugeschrieben wird. Dabei geht es nicht um Vorlieben für Kleidung, Essen, Farben und so weiter. Sondern es geht um das Verhalten in sozialen Gruppen wie Familie, Arbeitsgruppen, Freundeskreis usw. Man kann also zwei Hundemenschen nicht an irgendwelchen Äußerlichkeiten erkennen, man muss sie in einer sozialen Interaktion, am besten über einen längeren Zeitraum, beobachten und analysieren.
Selbstverständlich gibt so gut wie nie reine Phänotypen. Vermutlich kann man reine Hunde- bzw. Katzenmenschen als sozial gestört bezeichnen. Ein Hundemensch hat also i.d.R. Katzenanteile in sich. Allerdings sind mir auch noch nie Kanarienvögelmenschen oder Wedernochwasweißdennichmenschen begegnet.
Meine Untersuchungen haben darüber hinaus Anhaltspunkte für funktionierende soziale Gruppen aufgezeigt. So ist festzuhalten, dass Gruppen am besten funktionieren, wenn ausgewogen Hunde- und Katzenanteile in ihr Vorhanden sind. Das lässt sich auch auf Partnerschaften und Liebesbeziehungen übertragen. Zwei Katzen und zwei Hunde können nicht miteinander. Hund und Katze aber sehr wohl.
Hundemenschen
Menschen mit Hundecharakter sind sehr verträgliche, stets auf Ausgleich und Kompromiss bedachte Typen. Harmonie ist ihnen wichtig, einem Streit gehen sie auch mal aus dem Weg, wenn sie der Ansicht sind, mit einem Streit nicht weiterzukommen. Sie sind liebevolle und fürsorgliche Partner, aber manchmal auch ein bißchen langweilig.
Im Berufsleben findet man Hundemenschen bei den guten Teamplayern und wenn ein Chef ein Hundemensch ist, dann wird er einen kooperativen Führungsstil bevorzugen. Hunde bieten von sich aus Unterstützung an und verstehen nicht, warum andere das nicht ebenso tun. Menschen dieses Types arbeiten am besten, wenn sie klare Vorgaben und einen festen Rahmen für ihre Arbeit haben.
Hundemenschen sind immer für ihre Freunde dar und sind immer zur Stelle, wenn man sie braucht. Das macht sie anfällig dafür ausgenutzt zu werden. Sie spielen sich nicht auf, sondern sind darauf bedacht, dass alle ihren Anteil bekommen. Sie melden sich reglemäßig und halten den Kontakt. Manchmal halten sie auch einen Freundeskreis zusammen.
Katzenmenschen
Der Katzencharakter ist auf seine Selbstständigkeit bedacht. Das betrifft im wesentlichen wieder seine soziale Person. Katzenmenschen können aber z.B. durchaus auch als abhängig Angestellte arbeiten.
In Partnerschaften versuchen sie ihre Ansichten deutlich zu machen und durchzusetzen. Sie scheuen auch nicht vor Konflikten zurück. In starken Ausprägungen fliegt dann auch schon mal das Geschirr. Sie treiben eine Beziehung voran und bringen das “Neue” und die “Ideen” mit. Das kann alle Aspekte der Beziehung betreffen. Regelungen sind für sie flexibel: wenn einmal geklärt wurde, wer den Müll rausbringt, dann muss das nicht immer so sein. Sprechen aus ihrer Sicht mal
Argumente dagegen, dann wird eine Regelung flexibel gehandhabt und es wird dann halt alternativ das Wohnzimmer aufgeräumt.
Im Berufsleben sind Katzen oftmals Experten auf engen Fachgebieten. Im Team sind sie auf die Durchsetzung ihrer Ansichten bedacht. Fachlich und persönlich kompentente Katzen können eine Arbeitsgruppe damit sehr gut voranbringen.
Katzen als Chefs sind gute Visionäre, sie haben immer interessante Vorstellungen davon, wie sich etwas noch besser machen läßt. Manchmal fehlt aber die klare Linie in den Anweisungen.
Katzenmenschen bereichern ihren Freundeskreis durch ihre ausgefallenen Hobbys und die interessanten Anekdoten. Sie sind gern gesehener Gast auf allen Partys, auch wenn sie manchmal den Gurkensalat nicht mitgringen, den sie eigentlich versprochen hatten.
Und? Haben Sie sich wiedererkannt? Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, zu welchem Grundtyp Sie gehören, dann machen Sie doch einfach mal den forsch-ultimativen Hunde-Katzen-Psychotest.
Oder fragen Sie sich doch einfach mal, welches Haustier sie sympathischer finden, lieber haben, sich eher anschaffen würden: Hund oder Katze? Sehen Sie: so einfach ist das!
Und beim nächsten Date lautet die erste Frage dann nicht: “Und welche Hobbys haben Sie so?” Sondern: “Hund oder Katze?”
Eine Bemerkung zum Schluss: die Idee, dass Menschen sich als Hunde- und Katzentypen charakterisieren lassen, stammt von einem alten Freund. Wenn er hier mitliest, wird er wissen, dass er gemeint ist. Alles andere ist von mir.
Tags: Hunde, Katzen, Psychologie
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