Was ist los? Ist der Forsch jetzt verrückt geworden? - Oh, nein, mitnichten! Dies sind die Titel der posthum erschienenen Krimi- Trilogie von Stieg Larsson, einem schwedischen Autor, der kurz vor Veröffentlichung der Reihe an einem Herzinfarkt verstorben ist. Alle drei Bände stehen auf den Bestsellerlisten ganz oben und da ich mal wieder was Nettes, Seichtes und Unterhaltsames lesen wollte, habe ich mich mal an Band 1, Verblendung, gewagt.
Mikael Blomquist ist investigativer Journalist bei einem kleinen Magazin, der … aber wisst Ihr was? Ich habe gar keine Lust jetzt die ganze Geschichte zu erzählen. Das ist nämlich im Internet schon mehrere dutzendmal geschehen. Viel wichtiger finde ich eigentlich etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache, dass ich selten eine solch hervorragend konstruierte Geschichte gelesen habe. Alle Details passen zueinander, nirgendwo springt ein “Kai aus der Kiste” hervor, der mal eben einen achsodummen Zufall hervorzaubert und den Täter überführt. Nein, man muss den Charakteren schon Stück für Stück bei den Recherchen, Ermittlungen, Gedanken und Verirrungen folgen. Und das gilt für alle drei Bände, die man vermutlich wirklich hintereinander lesen sollte, da die Geschichte nahtlos aufeinander aufbaut und sich ergänzt.
Vor ein paar Tagen hat der Job wieder zugeschlagen und wird mir in den nächsten Monaten einen schlafarme Zeit bescheren, allerdings hat mich das nicht davon abhalten können, bis in die Nacht zu lesen. Tagelang. - Und, hey, ich habe es geschafft und bin sehr froh jetzt wieder ein paar Stunden Schlaf zu bekommen (verdammter Stieg Larsson …! ;-)) Und das gilt auch für Band 2, Verdammnis, in dem es richtig abgeht und Band 3, Vergebung, in der alles eine spannende Auflösung findet.
Hmm, vermutlich kann man Band 1 lesen ohne Band 2 und 3 lesen zu müssen. Die Geschichte ist am Ende des ersten Buches abgeschlossen und man kann (z.B. bei Nichtgefallen) einfach aufhören. Allerdings verpasst Ihr dann was.
Ein, na, sagen wir eineinhalb störende Elemente habe ich dann doch noch: Eins kann ich nicht verraten, das würde eine spannende Szene zerstören. Das andere ist die Darstellung von Lisbeth Salander, der zweiten Hauptfigur, als quasi allmächtige Hackerin mit konspirativen Verbindungen in alle Welt. Man muss schon ein bißchen Phantasie walten lassen, um ihr bei ihren Computereskapaden zu folgen. Nicht gut, wenn man in der Branche arbeitet. Allerdings auch nicht so übel, dass es nicht in der einen oder anderen Form möglich wäre …
Wer mir (diskret) schreibt, was wohl die andere Sache sein könnte, die mich gestört hat (und richtig liegt), dem spendiere ich einen Kaffee.
Fazit: Insgesamt rund 2000 Seiten gut gemachte, spannende und packende Krimiunterhaltung, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Und am Ende möchte man auch irgendwie Mikael “Kalle” Blomquist sein.
Tags: Krimi, Stieg Larsson



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